Ein Erfahrungsbericht: Leben mit einem Plattenepithelkarzinom beim Ara

Auch als Tierheilpraktiker für Papageien und Sittiche ist man nicht davor gefeit, dass die eigenen Tiere einmal schwer erkranken. So wurde vor einiger Zeit bei unserem über 40 Jahre alten Ara ein Plattenepithelkarzinom an der Choane* festgestellt.

Erste Symptome und Diagnose

Auffällig waren zunächst leichte Atemprobleme sowie ein häufigeres Hochwürgen von Futterresten. Die tierärztliche Untersuchung bestätigte nicht nur den Tumor, sondern auch eine bakterielle Infektion im Hals-/Kropfbereich und eine erneut aufflammende Aspergillose. Für einen Vogel in diesem Alter alles andere als eine gute Ausgangsprognose.

Kombination von Veterinärmedizin und Naturheilkunde

Die bakterielle Infektion wurde mit Antibiotikum behandelt, die Aspergillose wird derzeit mit Voriconazol kontrolliert. Parallel musste ich eine Lösung finden, wie der Ara trotz seiner Atemproblematik weiterhin selbstständig, abwechslungsreich und ausgewogen fressen kann.

Angepasste Ernährung als Schlüssel

Dank meiner Arbeit in der Praxis und meinem Onlineshop standen mir passende Produkte sofort zur Verfügung. Heute frisst der Vogel einen speziell entwickelten Brei aus gemahlenem Nussmix und geschälten Saaten, ergänzt durch meine eigene „DustyDelights“-Reihe (abwechselnd Ingwer, Rote Bete, Spinat, Karotte etc.), kombiniert mit Mariendistelsamenpulver für die Leber und einem hochwertigen Aufzuchtfutter von Wisbroek. Dazu gibt es täglich frisches, bei Bedarf leicht gedünstetes Gemüse.

Der Erfolg

Das Ergebnis spricht für sich: Innerhalb von zwei Monaten hat sich der Vogel deutlich erholt. Er ist wieder aktiv, wirkt zufrieden und zeigt keine sichtbaren Krankheitsanzeichen mehr.

Mein Ansatz

Naturheilkundliche Behandlung bedeutet nicht immer, Krankheiten zu „heilen“. Oft geht darum, veterinärmedizinische Therapien zu unterstützen, Prävention zu betreiben, und den Vögeln – auch mit chronischen oder unheilbaren Erkrankungen – ein möglichst langes und lebenswertes Leben zu ermöglichen.

Eine individuell angepasste, gesunde und vielfältige Ernährung ist dabei unerlässlich. Mit meiner naturheilkundlichen Ausbildung und dem breiten Sortiment an pflanzlichen Produkten, Aufzuchtfuttern und Spezialfuttermitteln biete ich Haltern genau das Rundum-sorglos-Paket für gesunde wie auch kranke Vögel.

* Choane:

Die Choane ist eine knöcherne Öffnung, die die Nasenhöhle mit dem Rachenraum verbindet. Man kann sie sich als den hinteren "Ausgang" der Nase vorstellen, der in den oberen Teil des Rachens mündet.

Bei Vögeln ist die Choane besonders wichtig. Sie ist ein schlitzförmiger, oft länglicher Spalt im Gaumendach, den man gut sehen kann, wenn der Vogel den Schnabel öffnet.

Ihre Hauptfunktion ist die Atmung: Sie ermöglicht den Luftfluss von den Nasenöffnungen in die Luftröhre und die Lunge. Ein Plattenepithelkarzinom (wie in unserem Fall) an dieser Stelle kann die Choane verengen oder verschließen, was zu Atemproblemen führt. Da sie auch den Übergang zum Rachen bildet, kann eine Schwellung in diesem Bereich auch das Fressen erschweren.

Zusammenfassend ist die Choane, einfach dargestellt, also eine anatomische Struktur, die bei Vögeln eine zentrale Rolle für die Atmung spielt.